AbbVie Inc. - Aktienanalyse
AbbVie Aktie Analyse 2026
AbbVie gehört zu den weltweit größten Biopharmaunternehmen und ist vor allem in den Bereichen Immunologie, Neurologie, Onkologie und ästhetische Medizin aktiv. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Medikamente für schwere und chronische Erkrankungen und investierte allein 2025 rund 13,8 Milliarden US Dollar in Forschung und Entwicklung.
In meiner AbbVie Aktienanalyse schaue ich mir das Geschäftsmodell, die wichtigsten Medikamente, Wachstumstreiber, Risiken und die aktuelle Bewertung genauer an. Zusätzlich berechne ich mithilfe eines DCF Modells einen möglichen fairen Wert der AbbVie Aktie.
Was macht AbbVie?
AbbVie entwickelt Medikamente und medizinische Produkte in mehreren großen Gesundheitsbereichen. Besonders wichtig ist die Immunologie. Dazu kommen Neurologie, Onkologie, Augenheilkunde und ästhetische Medizin.
Das Unternehmen behandelt mit seinen Produkten zahlreiche unterschiedliche Erkrankungen und verfügt über eine umfangreiche Forschungspipeline. Aktuell befinden sich laut AbbVie rund 90 Wirkstoffe, Geräte oder zusätzliche Anwendungsgebiete in Entwicklung, davon ungefähr 60 bereits in mittleren oder späten Entwicklungsphasen.
Wie verdient AbbVie Geld?
AbbVie verdient hauptsächlich durch den weltweiten Verkauf patentgeschützter Medikamente.
Über viele Jahre war Humira eines der wichtigsten Medikamente des Unternehmens. Nach dem Verlust der Exklusivität und dem Markteintritt günstigerer Biosimilars gehen die Umsätze mit Humira allerdings deutlich zurück.
Im ersten Halbjahr 2026 sank der Humira Umsatz um 38%. Gleichzeitig wachsen andere Medikamente stark und sollen diesen Rückgang langfristig mehr als ausgleichen.
Besonders wichtig sind dabei mittlerweile Skyrizi und Rinvoq.
Skyrizi erzielte im zweiten Quartal 2026 rund 5,5 Milliarden US Dollar Umsatz und wuchs gegenüber dem Vorjahr um rund 24%. Rinvoq wuchs im gleichen Zeitraum ebenfalls um rund 24%.
Damit verändert sich AbbVie zunehmend von einem Unternehmen, das stark von Humira abhängig war, hin zu einem breiter aufgestellten Pharmakonzern.
Warum könnte die AbbVie Aktie langfristig interessant sein?
Der wichtigste Punkt bei AbbVie ist die Entwicklung nach Humira.
Der ehemalige Blockbuster verliert aufgrund des Wettbewerbs durch Biosimilars weiter Umsatz. Gleichzeitig konnten Skyrizi und Rinvoq aber sehr stark wachsen und gewinnen weiterhin Marktanteile.
Dazu besitzt AbbVie weitere etablierte Medikamente wie Vraylar, Botox Therapeutic, Ubrelvy und verschiedene Krebsmedikamente.
Langfristig wird entscheidend sein, ob AbbVie aus seiner Forschungspipeline genügend neue Medikamente und zusätzliche Anwendungsgebiete entwickeln kann.
Chancen der AbbVie Aktie
Die größte Chance sehe ich im starken Wachstum der neueren Medikamente.
Skyrizi und Rinvoq entwickeln sich mittlerweile zu den zentralen Wachstumstreibern des Unternehmens. Zusätzlich versucht AbbVie, bestehende Medikamente für weitere Krankheiten zugelassen zu bekommen.
2026 erhielt AbbVie beispielsweise weitere Zulassungen und reichte neue Anträge für zusätzliche Anwendungen von Skyrizi und Rinvoq ein.
Ein weiterer Vorteil ist die breite Aufstellung. AbbVie ist nicht ausschließlich von einem einzigen Forschungsgebiet abhängig, sondern besitzt Produkte und Entwicklungsprogramme in Immunologie, Neurologie, Krebsmedizin und ästhetischer Medizin.
Risiken der AbbVie Aktie
Trotz der starken Position gibt es bei AbbVie mehrere Risiken.
Das offensichtlichste Risiko bleibt der Umsatzverlust bei Humira. Das Medikament generiert weiterhin Milliardenumsätze, verliert jedoch durch Biosimilars deutlich an Bedeutung.
Zusätzlich ist die Pharmaindustrie stark von Patenten und erfolgreichen klinischen Studien abhängig. Scheitert ein wichtiger Wirkstoff in einer späten Studienphase oder erhält keine Zulassung, können hohe Entwicklungskosten verloren gehen.
Auch bei bereits erfolgreichen Medikamenten besteht langfristig das Risiko, dass Patente auslaufen oder bessere Konkurrenzprodukte auf den Markt kommen.
Genau deshalb sollte man bei AbbVie nicht nur auf die aktuelle Dividende oder den Gewinn schauen, sondern vor allem darauf, welche Medikamente den Gewinn in fünf bis zehn Jahren erwirtschaften werden.
